Schnelle Schritte
ich kann nicht schlafen, so schwebe ich zwischen den Ebenen, träume
sehe dich über die Felder laufen, wild und ungestüm Wind in deinen Haaren, deine Augen suchend in der Finsternis, den langen Mantel flatternd... schnelle Schritte auf gefrorenem Land...
höre dich rufen weit entfernt
sehe mich über die Felder laufen... wild und ungestüm... eiskalter Wind in meinem Gesicht...
mein Kleid flatternd... meine Augen suchend in der Finsternis...
deinem Ruf antwortend
erblicke deine Umrissesich abzeichnend vom Horizont
noch weit
deine Stimme vom Wind getragen dringt zu mir herüber
ich rufe.. winke... laufe schneller
sehe dich näher kommen
deine Arme öffnend..dein Schritt wird schneller
wir erreichen einander
den vollen Mond über uns stehend... mit der Natur vereint... die Kräfte spürend...
innige Umarmungwilde Küsse
schnelle Schritte auf eisigem Land
Hand in Hand
Birgit Friedberg, 2002
Der Alltag
Unendliche Pleiten
Wir schreiben das Jahr 2009 Erdenzeit
Die Wirtschaft verabschiedet sich
Mit den Worten
Alles Peanuts
sammelt diese ein, verzieht sich dann auf die Fidschi Inseln und genießt den Rest des Daseins
Die Bevölkerung diskutiert
Versucht einen Ausweg zu finden
Versucht, neue Peanutsbüsche zu pflanzen
Verantwortlichkeiten?
B.Friedberg, 03-2009
Hier
Hier bin ich an dem Ort, an dem ich mich als Teil des Ganzen fühle.
Hier bin ich an dem Ort, an dem mir wieder der Sinn danach ist, die kleinen und doch so großen Dinge dieser Welt zu sehen.
Hier bin ich an dem Ort, wo ich die Weite des Himmels unerfasst lassen kann.
Hier bin ich an dem Ort, wo meine Augen, wie auf einem Floß, die Ebenen der Landschaft entlang gleiten können.
Birgit Friedberg 2008 - über die Rhön -
Wege zum Gipfel hinauf
sind dicht bewachsen mit Unwissenheit und Oberflächlichkeit.
So ist die Oberfläche flach - weder hoch noch tief.
Die Vegetation breitet sich aus, hoch empor und in die Tiefen der See.
Das Wasser droht zu kippen und wird einskalt,
die Luft wird zum Ersticken dünn und ist von frostigem Geschmack durchzogen.
Einsamkeit macht die Kälte aus, in der sich die Wolken ballen, die Fische tummeln, sich jeder Poet, jeder Seelenmensch befindet.
Doch sind sie dort niemals wirklich allein.
Seit Jahrhunderten verirrten sie sich hierher, die Seelen, Denker und Träumer.
Immer ließen sie Federn, immer blieb etwas von ihnen in den Zweigen und Ästen des steinigen Weges hängen.
Wir nennen ihre Namen, erzählen ihre Geschichten und so leben sie weiter, die zu Lebzeiten Verhassten, Gepeinigten, Gequälten und durch die Hand des Pöbels zu Tode gekommenen.
Ihre Namen und Geschichten verlieren nie an Gültigkeit.
Birgit Friedberg 2005
Hommage an den Fettspeicher
Oh Du Zelle öffne Dich
Und nimm das Fett in Dir auf,
speichere es,
die Zeiten könnten hart werden
der Körper hungern,
doch Du wirst der Retter in der Not sein
Du fabelhafter Fettspeicher
Kluge Worte
Aus Büchern Theorien fressen, nickend," ja, so ist es";
doch die Seele schaut tief traurig und begreift, dass der Geist es nicht begriffen, der Mensch es nicht verstanden hat.
Und selbst wenn, wie ist es umzusetzen?
Ist es die Umsetzung einer bloßen Theorie eines Anderen, nämlich des Autors, der diese sorgfälltig zusammengetragen und nach seinem Sinn interpretiert hat, oder gar selbst nicht in der Lage ist, das zu Papier gebracht zu leben.
So schwebt denn Theorie umher, nicht greifbar für all jene, die ihrer Seele fremd gegenüberstehen.
Birgit Friedberg 2003
höre dich rufenweit entfernt
sehe mich über die Felder laufen... wild und ungestüm... eiskalter Wind in meinem Gesicht... mein Kleid flatternd... meine Augen suchend in der Finsternis...
erblicke deine Umrisse sich abzeichnend vom Horizont
deine Stimme vom Wind getragendringt zu mir herüber
ich rufe...winke...laufe schneller
sehe dich näher kommen..deine Arme öffnend
dein Schritt wird schneller
innige Umarmung wilde Küsse