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Vorzugsstücke
Vorzugsstücke der traditionellen GrafikEinige Drucke (maximal 10% der Auflage) werden mit "E.A." oder Epreuve d'artiste gekennzeichnet. Dies sind so genannte Künstlerdrucke, die außerhalb der verkauften Auflage vorweg für den Künstler selbst gedruckt werden. Seriös ist es, wenn ein Künstler auch diese Serie nummeriert. Dies geschieht zur Unterscheidung von der normalen Nummerierung in römischen Ziffern, also etwa "E.A./ IV." Üblich ist auch die Bezeichnung "h.c." oder "hors de commerce" (=nicht für den Handel). In Großbritannien werden diese Abzüge auch mit "artist's proof" gekennzeichnet.Probedrucke sind Zustandsdrucke (auch epreuve d'etat), die während der Arbeit an der Platte entstehen und werden häufig mit P/A (Probeabzug) gekennzeichnet. Der Probeabzug setzt eine weitere Veränderung der Arbeit voraus. Sie können besonders aufschlussreich sein, weil sie Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers geben und weil an ihnen die Entstehung des Werkes verfolgt werden kann. Bei den Radierungen Rembrandts sind 7 bis 9 Zustände keine Seltenheit, bei Käthe Kollwitz gibt es Abzüge vom 11. Zustand, bei Picasso kennt man bis zu 30 Zustandsdrucke. Diese Unikate, die oft auch farblich von der späteren Auflage abweichen, werden von Sammlern besonders geschätzt und sind um so begehrter, je älter und berühmter der Künstler ist.Zuschussabzüge sind Abzüge, die zusätzlich zur Auflage gedruckt werden, um gegebenenfalls einen fehlerhaften Abzug ersetzen zu können.Variante. Die Variante gibt es in der farbigen Grafik. So ist bei einer Lithografie in 3 Farben der Druck von einer weiteren, vierten Farbe eine Variante. Die Farbholzschnitte von Ernst Ludwig Kirchner beispielsweise existieren in zahlreichen Varianten. Varianten werden (wie auch die Zustandsdrucke) in den Werkverzeichnissen nachgewiesen.Remarque-Drucke. Zuweilen machen Künstler am Rande eines Steines oder einer Radierplatte ein Zeichen oder eine Skizze für die Ätzprobe, um die Wirkung der Ätzflüssigkeit kontrollieren zu können. Die Skizze wird in der Regel vor dem Auflagendruck entfernt. Manchmal bleiben diese Remarques jedoch stehen und erscheinen nicht nur auf den Probedrucken, sondern auf allen Abzügen. Diese Abzüge nennt man dann Remarque-Drucke.Vorzugsdruck werden Drucke auf besonders ausgewähltem Papier genannt, die für die normale Auflage nicht verwendet worden ist. Im allgemeinen sind sie römisch nummeriert.Auflage und AbzugDas einzelne, durch den Druckprozess entstehende Blatt nennt man Abzug, die Gesamtzahl der Abzüge heißt die Auflage. Die Höhe der Auflage zu bestimmen, ist das Recht des Künstlers. Blieb früher durch die materialbedingte Abnutzung der Druckform (beispielsweise einer Zink- oder Kupferplatte) die Höhe der Auflage einer Druckgrafik auf eine geringe Anzahl beschränkt, ermöglicht heute die Möglichkeiten der Verstählung der Druckplatte auch eine sehr hohe Auflage. Bei Hochdruckgrafiken liegt die Auflage meistens zwischen 20 und 100 Abzügen.Die Limitierung der Auflage durch den Künstler, die er eigenhändig auf dem Blatt, nicht auf der Platte vermerkt, ist letztlich auch eine Wertfeststellung. Je niedriger die Auflage ist, desto wertvoller ist der Abzug. Ein Qualitätsmerkmal ist eine niedrige Abzugsnummer bei einer modernen Grafik nur bei einer unverstählten Kaltnadelradierung, weil hier jeder folgende Druck eine größere Plattenabnutzung hervorruft.Sind die Abzüge einer Auflage und die begleitenden Probe- und Künstlerabzüge hergestellt, ist es üblich, die Platte unbrauchbar zu machen. Dies geschieht beispielsweise, indem man auf der Platte mehrere gekreuzte Schnitte anbringt.Unterschrift und NummerierungDie handgeschriebene Unterschrift unter einem Werk des betreffenden Künstlers verbürgt, dass es sich um eine Original-Druckgrafik handelt, bei der die Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde und im Handdruckverfahren und in limitierter Auflage von ihm oder einem Drucker abgezogen wurde. Für die Signatur wird meistens Bleistift verwendet, weil eine Bleistiftsignatur nur schwer wegzuradieren oder zu verändern ist, ohne dabei die Papierfasern zu beschädigen. Die Signatur wird üblicherweise in der unteren rechten Ecke angebracht. Der etwaige Titel der Grafik steht in der Mitte.Die Auflage wird der Druckfolge nach durchnummeriert. Eine Druckgrafik, die beispielsweise die Kennzeichnung 20/100 trägt, ist der 20. Druck einer Auflage von 100 Stück. Die Nummerierung wird üblicherweise in der unteren linken Ecke des Abzuges vermerkt.
Tiefdruckverfahren
Abkürzungen für technische Druckverfahren TIEFDRUCKVERFAHRENC1 StahlstichC2 KupferstichC3 Radierung, inkl. direkte PinselätzungC4 Kaltnadel, inkl. Crayon- und PunktiermanierC5 AquatintaC6 WeichgrundätzungC7 Mezzotinto (Schabkunst)C8 Tiefdruck auf nicht metallischer PlatteP3 Heliogravur (handgemachte Strich- und Rasterfotogravur, Fotogalvanografie) P4 industrielle Fotogravur, Rakeltiefdruck P10 Stichtiefdruck, Stahltiefdruckbräuchlich
Hochdruckverfahren
Abkürzungen für technische DruckverfahrenHOCHDRUCKVERFAHRENX1 HolzschnittX2 HolzstichX3 LinolschnittX4 Hochdruck von gestochener oder radierter Platte aus MetallX5 Hochdruck von Metallplatten für Tiefdruck gefertigtX6 Hochdruck von nicht metallischen PlattenX7 (Chinesischer) SteinsiegeldruckT Buchdruck, TypendruckT1 Linotypie, ZeilensatzT2 Fotoxylografie, Faksimile-HolzstichT3 Kommerzieller Gummi-StempelP1 Klischee (Stich), von Hand oder fotomechanisch hergestelltP2 Klischee (Raster), Stereo/Autotypie FotozinkografieFLACH-, STENCIL- und elektronische TechnikenL1 AutolithografieL2 Umdruckverfahren, AutografieL3 ZinkflachdruckL4 Algrafie, AluminiumdruckP8 Original-Fotografie, HologrammS Schablone, Pfropfen (pochoir)S1 Original-SiebdruckS2 Mimeografie(Batik-Schablone)S3 Katazome (Durchdruck mit veröltem Papier)S4 Kappa (Katazome mit Kakisaft gefertigt)CGD Original-Computergrafik (Computer generated design), auch CAD gebräuchlich
Andere verfahren
Abkürzungen für technische DruckverfahrenPHOTOMECHANISCHE VERFAHRENP5 LichtdruckP6 Fotolithografie, FotochromP7 OffsetP9 FotosiebdruckCRD ComputerreproduktionY FotokopieANDERE ABKÜRZUNGENB Prägedruck, Braille, BlindenschriftM Monotypie U Verfahren, die hier nicht aufgezählt sind, wie Frottage,andere Durchschreibverfahren, Collografie, etc.xy/... Ziffer nach der Abkürzung ist die Anzahl der Druckdurchgängexy/col. handcoloriertBei Mischtechniken werden die Abkürzungen durch Pluszeichen getrennt (z.B. C2 + C3 + C5)
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Andere verfahren
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